Scheuklappenexplosion

Veröffentlicht: Oktober 15, 2013 in Veganes Leben
Schlagwörter:, , , , , , , , , , , ,

Ein paar Schritte zurück…

Mit diesem Video explodierten meine Scheuklappen und mein veganes Leben begann…

.

Bis zu dem Tag, an dem ich dieses Video sah, war mir die Tatsache nicht bewusst, dass Millionen von männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen vergast, erstickt oder zerschreddert (!!!) werden, weil sie für die Industrie unbrauchbar, nicht von Nutzen sind. Ich frag mich, wie ich jahrelang so blind sein konnte. Ich habe mir einfach keine Gedanken darüber gemacht und dachte, dass ich, solange ich kein Fleisch esse und tierische Produkte in Bioqualität kaufe, keinem Tier schade.

Leider falsch gedacht.

Vegetarier war ich schon seit einigen Jahren. Und auch als ich jünger war, ging es nicht um „nicht-schmecken“, es ging um „nicht-wollen“. Ich wollte nicht, dass irgendein Tier für mich sterben muss. Erst einige Jahre später empfand ich es dann auch als unappetitlich Fleisch zu essen. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann genau das letzte Mal ein Stück totes Tier durch meinen Körper wanderte… Mit 15 fing ich an, immer weniger Fleisch zu essen, Fisch war sowieso nicht mein Ding. Und die folgenden Jahre gehörte ich dann in die Kategorie der „Flexitarier“, je nach Lebensumständen war ich mal mehr, mal weniger Vegetarier. Es gab auf jeden Fall noch Phasen, in denen ich auch Fleisch aß.  Zwar eher selten und nur Hühnchen (macht’s nicht besser, ich weiß), aber ich aß es und es hat mir auch geschmeckt. Meine Familie aß Fleisch, meine Freunde aßen Fleisch und irgendwie führte das dazu, dass ich die Tatsache, dass ich ein Tier aß, ausblenden konnte. Seltsamer Mechanismus. Es kam aber irgendwann ein Punkt, an dem ich meinen Kopf dabei nicht mehr ausschalten konnte. Wieso, weshalb, warum sich das verändert hat… Ich weiß es nicht. Der Gedanke auf totem Tier rumzukauen wurde auf jeden Fall unerträglich. Und dann ließ ich es ganz. Ich aß noch eine zeitlang Gummibärchen, aber irgendwann wusste ich auch, was sich hinter dem Begriff Gelantine verbarg (sagt einem ja keiner… „Hey Gelantine besteht aus Knochenmehl.“) und der Gedanke an Tierknochen verdarb mir auch darauf den Appetit. Und so wurde ich im Lauf der Jahre vom „Flexitarier“ zum Vegetarier. Fleisch vermisste ich nie, pflanzliche Alternativen wie Tofu fand ich lecker, mit Katjes konnte ich mich ebenfalls anfreunden, ich kochte und experimentierte gerne und es gibt Millionen Rezepte, die ohne Fleisch auskommen.

Vegetarisch, kein Problem. Aber vegan? Veganer waren für mich ein Rätsel. Ich begegnete ihnen sehr selten und wenn, dann mit Verwunderung und Respekt. Für mich war diese Lebensweise unvorstellbar. Ich liebte Milch, Käse, Jogurth, Kuchen, Käsekuchen, Vollmilchschokolade und darauf zu verzichten, war in meiner Vorstellung eine enorme Einschränkung… Ein Leben ohne tierische Produkte? Wie soll das gehen? Für Milch und Eier stirbt doch keine Tier, warum schränkt sich jemand so extrem ein? Und die Standartfrage: „Was soll man denn dann noch essen?“ Das waren auch meine Fragen. Mein größtes Problem war definitiv, dass ich nicht das Gefühl hatte, den Tod und das Ausbeuten von Tieren durch meine (in meinen Augen schon sehr bewusste) Lebensführung zu fördern.

Das änderte sich, als ich mir dieses Video ansah. 43 Sekunden, die in meinem Leben einiges in Gang gesetzt haben, die ein Umdenken bewirkten und für die ich sehr dankbar bin.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s