Gedanken zu der Reportage „Deutschlands Ferkelfabriken“

Veröffentlicht: Juli 15, 2014 in Tiere, Tierrechte

Mit einem Klick auf dem Link gelangt ihr zu der Reportage, die noch bis 14.07.2015 in der ARD Mediathek abrufbar ist:

Deutschlands Ferkelfabriken

***

 

Die Sendung. Gestern Abend. Ich wusste es. Trotzdem… Es lässt mich fassungslos zurück, wie wunderbare Lebewesen gegen Kanten geschleudert oder lebendig weggeworfen werden.

Was ist passiert dass wir Tiere nicht mehr als fühlende Individuen wahrnehmen sondern sie zu Produkten machen und nur Profit und Wirtschaftlichkeit im Kopf haben?

Es sticht in meinem Herzen, es verfolgt mich in meinen Träumen, es macht mich wütend und traurig, es hinterlässt ein Gefühl von Machtlosigkeit.

Es ist wichtig, Realität zu zeigen. Oft werden Stimmen laut, die sagen: „Das ist zu grausam, das kann man sich ja gar nicht ansehen.“ Aber es gehört dazu. In welcher scheinheiligen Traumwelt lebt ihr eigentlich? Diese Zustände werden tagtäglich von Millionen von Konsumenten unterstützt. Das ist Fakt.

In den Köpfen der Menschen geistert immer noch das Bild von den „glücklichen“ (glücklich getöteten?) Tieren auf dem Bauernhof. Oder? Oder was wirkt da für ein Mechanismus?

Die letzten Jahre hatte die Industrie ganz klar die Macht. Denn sie haben Geld. Und von Geld kann man sich bekanntlich längere Hebel kaufen. Und sie haben alles daran gesetzt, die Bauernhof-Familien-Idylle-Illusion aufrecht zu erhalten und zu verkaufen.
Und wie wir gestern gesehen haben… Die Regierung sitzt mit ihnen in einem Bot. Der Schweinbraten-Minister der fröhlich mit dem Interessenvertreter der Schweinezucht das (bestimmt totgestreichelte) Spanferkel anschneidet.Ja, es ist okay, dass er Kontakte pflegt. Aber wann hat man den Schweinebraten-Minister schon mal Seite an Seite von Friedrich Mülln gesehen, mit einem veganen Schnitzel auf dem Teller?

Nur selten wird in der Öffentlichkeit die ungeschönte Realität gezeigt. Und wenn, dann wurde das natürlich als „Ausnahmen“ deklariert. Aber stetiger Tropfen höhlt den Stein. Die Zahl der Berichte steigt. Und es zeigt sich immer mehr, dass die „Ausnahmen“ eher Betriebe sind, in denen nicht der blanke Horror regiert.

Der größte Horror für mich ist aber, dass das NORMAL ist. Dass das Zustände sind die von Politik, Erzeugern, und Verbrauchern getragen und gefördert werden.

Was wir tagtäglich anderen Lebewesen antun ist in seiner Grausamkeit kaum mehr zu übertreffen: Wir nehmen Müttern ihre Kinder um sie zu essen, wir sperren sie ein, lassen sie krank und mit offenen Wunden und Verletzungen in ihrer eigenen Scheiße vor sich hinvegetieren, verfüttern ihnen ihre eigenen Artgenossen, nehmen ihnen alles, was das Leben lebenswert macht, testen giftige Chemikalien an ihnen, ziehen ihnen lebendig die Haut vom Leib, schlagen sie, töten sie, zerstückeln sie….

Aber stimmt: Ist ja alles halb so schlimm. Es macht ja alles einen „Sinn“. Medikamente, Nahrungsmittel und Kleidung sind wichtig. Uns Menschen bleibt keine Alternative zu diesen Grausamkeiten. Wir sind sozusagen „gezwungen“ so zu handeln. (Achtung Ironie)

In jeder Minute sterben und leiden Lebewesen VÖLLIG UNNÖTIG. Wir Menschen können mit so wenig, so viel erreichen, wir würden so wenig verlieren und so viel gewinnen.
Und „ihr“  findet schlimm, dass „die Veganer“, das bewusste Töten anderer Lebewesen ablehnen und versuchen, dass auch anderen Menschen klar zu machen? Sie setzen sich für diejenigen ein, die sich nicht wehren können, die keine menschliche Stimme haben damit ihr sie sehen, hören und vielleicht auch irgendwann verstehen könnt. Ist euch das Mitgefühl durch dieses System schon so verloren gegangen, dass ihr Menschen, die sich gegen Gewalt und für Gerechtigkeit einsetzen (und dann auch noch so „dreist“ sind, das von anderen zu verlangen) verurteilt?

Nein, auch wenn sich ein Großteil der Weltbevölkerung vegan leben würde, wäre diese Welt nicht „gerettet“. Aber das Leben von Milliarden von Lebewesen wäre gerettet. Nebenbei ließen sich auch gleich noch ein paar Umwelt- und Gesundheitsprobleme lösen. Aber nee, der Genuss von einem Stück Fleisch ist so viel wichtiger als das Leben eines anderen, viel wichtiger als Umwelt und Gesundheit. Aaaaaaaaaaaaaaaaah was zur Hölle ist bloß los mit euch? Wacht auf!

Danke an alle, die sich für Lebensrechte einsetzen. Danke an alle, die die Wahrheit ans Licht bringen. Danke an alle, die zeigen, dass es Alternativen gibt. Danke an alle, die den Mut haben, Risiken und Gefahren in Kauf nehmen um etwas in dieser Welt für andere zu bewirken.
Zwischen aller Machtlosigkeit ist da auch immer das Gefühl: Es gibt Menschen, die genauso denken und genauso fühlen. Es gibt Menschen denen das milliardenfache Leiden und Sterben nicht egal ist. Und die dafür kämpfen, dass dieser Zustand irgendwann ein Ende haben wird!

Und wäre ich ein Schwein im Kastenstand, ein Legehuhn, ein Masthähnchen, eine Milchkuh, ein Fuchs auf der Pelzfarm wäre… Das Wissen, dass da draußen jemand ist, dem ich nicht egal bin, wäre meine Rettung, selbst wenn mein Leben dadurch nicht gerettet würde. Ich hoffe sie können es spüren. Ich hoffe es wirklich.

 

 

 

 

 

 

 

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