Archiv für die Kategorie ‘Gedanken’

Veganismus auf 3 Ebenen

Veröffentlicht: November 10, 2013 in Gedanken, Veganes Leben
Schlagwörter:, , , , , ,

Ordnung ist das halbe Leben… Oder die halbe Diskussion.

Vieles ist (für andere) selbstverständlich und vielleicht wird sich der ein oder andere jetzt fragen…. Was will sie denn jetzt? Versteht sich doch von selbst…. Für mich war es bis vor kurzem nicht selbstverständlich, in meiner Argumentation herrschte keine Ordnung. Bei der Frage: Warum vegan leben? explodierte ich regelrecht. Und Argumente aus diversen Bereichen sprudelten aus mir heraus. Wild durcheinander. Und die Argumente der Gegenseite springen oft auch von einem Bereich zum anderen. Wird gerade noch erläutert, dass der Mensch ja schon immer Tiere gegessen hat und es deshalb unnatürlich ist, keine Tiere zu essen (Ethik), geht’s im nächsten Atemzug darum, dass es unmöglich ist, Landwirtschaft ohne Tiere zu betreiben (Umwelt). Als nächstes fliegt einem der Satz um die Ohren, dass es auch gar nicht gesund ist, sich pflanzlich zu ernähren, weil die Evolution habe schließlich gezeigt, dass der Mensch Fleisch essen muss (Gesundheit), der Mensch ist halt ein Jäger (Ethik).

(Hach, ich überlege mir echt, hier die besten Argumente aufzulisten, die mir in der Woche so zum Thema „Fleisch essen ist gut und richtig“ entgegengebracht wurden…. Aber naja, man kann sich auch einfach „77 Gründe die Fleischesser sagen“ angucken, damit wäre dann eigentlich alles erläutert….)

Naja, auf jeden Fall habe ich festgestellt, dass ein wildes Durcheinander an Argumenten kein guter Ausgangspunkt ist um ne sinnvolle Diskussion zu führen (Welch Wunder). Ich kam also dank Themenwoche auf zeitonline endlich auf den Trichter: Erst mal Luft holen und rausfinden: Auf welcher Ebene wird gerade über den Veganismus diskutiert? Dann die passenden Argumente suchen. Und auch die Gegenseite immer darauf aufmerksam machen, vor welchem Hintergrund gerade das Thema diskutiert wird.

Also um es kurz zu sagen: Erst denken, dann reden! 🙂 Gilt für beide Seiten.

Meine Argumente für den Veganismus lassen sich auf 3 Ebenen aufteilen:

  • Ethik
  • Umwelt
  • Gesundheit und Ernährung

Gesellschaft wäre vielleicht noch ein vierter Punkt. Aber der Punkt Ethik deckt auch die meisten „gesellschaftlichen Argumente“ mit ab.

Mein Entschluss vegan zu leben, war bei mir eine ethische Entscheidung. Für andere finden sich die Gründe für die Umstellung auf eine vegane Lebensweise in andere Bereichen… Umweltschutz oder Gesundheit/Ernährung.

Vegan zu leben, ist für mich die einzig mögliche Lebensweise um meinen Werten gerecht zu werden. Ich will nicht, dass Tiere für meinen „Genuss“ leiden müssen. Und was toll ist: 🙂 Nebenbei tut’s auch noch der Umwelt gut. Aber wie sehr sich meine alte Ernährungsweise auch auf die Umwelt ausgewirkt hat wurde mir erst im Laufe meiner „Recherchen“ bewusst… Als ich bereits (aus ethischen Gründen – wegen den Tieren) beschlossen hatte, auf tierische Produkte zu verzichten. Der gesundheitliche Aspekt ist der, der mir persönlich am wenigsten bedeutet und mit dem ich mich bis jetzt auch am wenigsten auseinandergesetzt habe. (Solange es mir gut geht! 😉 )  Ich hatte auch früher nie das Gefühl, mich ungesund zu ernähren, ich wollte nicht abnehmen oder ähnliches…. Natürlich wurde ich auch zwangsläufig mit den gesundheitlichen Themen die mit Veganismus in Verbindung stehen konfrontiert: B12 Mangel bzw. Substitution, weniger Eiweißquellen zur Verfügung zu haben und auch die „Warnungen“ vor Soja haben mich anfangs verunsichert. Aber umso länger ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto klarer wurde mir auch, dass eine Ernährung mit Milch und Milchprodukte auch nicht 100%ig gesund ist, nicht 100%ig gesund sein kann…. Allein wenn man sich vor Augen führt, dass es von der Natur eigentlich nicht vorgesehen ist, auch als Erwachsener noch Muttermilch zu konsumieren und was Kuh und Huhn in der Industrie alles zum Futtern bekommen… Nee, das kann nicht gesund sein….

Advertisements

Vergangene Woche kam ich nicht zum Schreiben. Die Themenwoche auf zeit-online hat meine Gedanken vollkommen in Anspruch genommen. Vielleicht schaffe ich es, die für mich gewonnen Erkenntnisse hier im Blog festzuhalten.

Die allgemeine Diskussionsatmosphäre war, wie bei dem Thema schon zu erwarten war, alles andere als kuschelig und verständnisvoll. In der „Fleischesser-Fraktion“ gab es einge, die einfach nur provozieren wollten und mit destruktiven Kommentaren um sich geschmissen haben. Auch von der „Pflanzenesser-Fraktion“ kamen nicht nur sachliche und vernünftige Aussagen. Das war teilweise sehr ernüchternd, manchmal hat es mich traurig und manchmal hat es mich wütend gemacht.  Aber es waren auch unter den „Kritikern“ Menschen dabei, die sehr gute Fragen gestellt und mich zum Nachdenken gebracht haben. Meine Einstellung wurde nochmal ordentlich durchgeschüttelt, ich musste Argumente und Gedanken für mich bewerten, sortieren und einordnen. Ich habe das Gefühl, dadurch ist noch mehr Klarheit in mein Denken gekommen. Das Argumentieren für den Veganismus hat mich weiter bestärkt, dass diese Lebensweise für mich der einzig richtige Weg ist.

Toll fand ich auch die Live-Diskussion mit Mahi Klosterhalfen (Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung).

Ich habe schon lang nicht mehr so intensiv über ein bestimmtes Thema diskutiert, philosophiert und (öffentlich) nachgedacht. War sehr spannend und ich habe einiges aus der Woche mitnehmen können.

Go find yourself!

Veröffentlicht: Oktober 27, 2013 in Gedanken, Veganes Leben
Schlagwörter:, , , ,

Puh, das Wochenende war anstrengend. Nicht körperlich. Geistig.

Philosophieren ist toll. Kostet aber auch Energie. Und manchmal dreht sich alles nur noch und ich weiß gar nix mehr. Aber irgendwann kommt das Gedankenkarusell dann auch wieder zum Stillstand und ich mache weiter damit, meine Vorstellung und Auffassung vom Leben zu ordnen, umzubauen, neue Gedanken mit einzubauen. Ich finde nicht schnell zu einer Meinung. Wenn ich mir eine Meinung bilde, wird die genau durchdacht, von allen Seiten beleuchtet, lässt mich manchmal wohl auch unschlüssig wirken (was ich ja auch bin). Manchmal beneide ich andere Menschen, die sich schneller und oft auch radikaler eine Meinung bilden können. So bin ich aber nicht. Und ich denke, das ist auch okay. Ich muss nicht „so und so“ sein. Wenn ich dann meinen Standpunkt gefunden habe, stehe ich ziemlich sicher und ich habe ein gutes „Fundament“.  Aber ich bin immer „empfänglich“ für andere Meinungen und Einflüsse und manchmal ändere ich meinen Standpunkt dann auch wieder.

Anlass für die extreme Beschäftigung mit meiner Lebensweise, den Einstellungen und Überzeugungen auf der sie sich begründet war die geplante Themenwoche der Zeit: „Veganismus – Dogma oder Ethik“

Und obwohl dieses Thema erst morgen offiziell startet, wurde auf der Seite schon fröhlich kommentiert bzw. diskutiert. Gestern Nachmittag bin ich dann ebenfalls mit eingestiegen und es war echt interessant. Und ziemlich anstrengend…. 😉